
Programmlininie: KUNST AN SCHULEN
März / April / Mai 2026

Foto: Martin Pöll
VINCENT GÖHLICH
Vincent Göhlich, geboren 1995 in Augsburg, lebt und arbeitet zwischen Solingen und Bayern.
„Erwa.One“ aka Vincent Göhlich ist im Bereich der urbanen Kunst tätig. Neben dem Fokus auf Streetart und Kunstvermittlung, unterstützt er vor allem die Entwicklung einer urbanen Kultur, welche soziale sowie inklusive Momente schafft und Menschen zusammenbringt. Für sein künstlerisches Schaffen wurde er bereits mehrfach ausgezeichnet.
Seine künstlerische Signatur sind seine „Neuen Ornamente“, ein Streetart-Designkonzept zur ästhetischen Verschönerung von öffentlichen Räumen. Basierend auf Schablonen und eigens entwickelten Ornamenten, werden die farbenfroh gestalteten Wandflächen zu einem Erlebnis für die Sinne und bringen Freude.
Als freier Kunstpädagoge engagiert sich Erwa.One viel für junge Menschen. In Workshops und größeren Kunstprojekten vermittelt er mit seiner „urbanen Kunst Methodik“ sowohl praktische als auch theoretische Kompetenzen und setzt sich mit Themen wie Nachhaltigkeit, Urbanität und der Stadt-Mensch Beziehung auseinander.

Foto: Nadiia Nechkina
NADIIA NECHKINA
Nadiia Nechkina, geboren 1975 in Vilnius (Litauen) lebt und arbeitet in Kiew (Ukraine).
Seit 2022 arbeitet sie als Tontherapeutin und Freiwillige im Projekt „Psychologists at War”. Als ukrainische Keramikkünstlerin und praktizierende Psychologin und Psychotherapeutin schlägt Nadiia mit ihrer Arbeit eine Brücke zwischen zwei Welten: der taktilen und der emotionalen, der materiellen und der inneren. Nadiia nutzt Ton als Medium, um das psychologische Terrain des Lebens in einer instabilen, sich schnell verändernden Welt zu erforschen – in der Angst, Resilienz und Transformation oft nebeneinander existieren.
Nadiia stützt sich in ihrer Praxis auf das therapeutische Konzept des „Holding Space”. Durch Handformung schafft sie Gefäße, zerbrochene Formen und geschichtete Oberflächen, die zum Nachdenken und zu emotionaler Verbundenheit einladen. Ton – zerbrechlich und doch beständig – spiegelt die conditio humana wider. Durch Druck und Zeit geformt, wird er zu einer Metapher dafür, wie wir uns anpassen, zerbrechen und wieder aufbauen.
In ihren jüngsten Arbeiten hat Nadiia eine Reihe von skulpturalen Formen geschaffen, die von psychologischen Zuständen inspiriert sind – Burnout, Eindämmung, Auftauchen – und jeweils einen Moment des Zusammenbruchs oder der Genesung verkörpern. Diese Formen sind nicht nur visuell, sondern auch somatisch; sie fordern den Betrachter auf, zu fühlen, nicht nur zu interpretieren.
Im Mittelpunkt von Nadiia Nechkinas Arbeit steht der Wunsch, Raum zu schaffen – für Emotionen, für Mehrdeutigkeit, für das, was sich nicht leicht benennen lässt. Nadiia Nechkina sieht ihr Atelier als Erweiterung des Therapieraums: einen Ort, an dem Transformation durch Prozess, Präsenz und materialbezogene Auseinandersetzung möglich ist.
Nadiia´s Werke befinden sich in Sammlungen der Weltbank-Kunstsammlung, MOCA MGO „The Wartime Art Archive”, Nationalmuseum für ukrainische Keramik in Opishne, Collezione Civica di Terra Rossa im PalazzoBotton/Museo della Ceramica in Castellamonte, Dr. Edgar Kaminskyi Kunstsammlung, Privatsammlungen in der Ukraine, Litauen, Kanada, Deutschland und den Niederlanden.

Foto: Andreas Hapke
GHAKU OKAZAKI
Ghaku Okazaki, geboren 1988 in Japan, lebt und arbeitet als freier Künstler in Stuttgart.
Auf ein Studium der Japanischen Malerei an der Tama Art University in Tokio (2011) folgte ein Diplom in Freier Kunst an der Hochschule für Künste Bremen bei Prof. Heike Kati Barath. Nach einem DAAD-Stipendium in Guelph, Kanada (2018) absolvierte er an der Hochschule für Künste Bremen auch sein Meisterschülerstudium, das er im Jahr 2020 abschloss. Erfahrung in Kultureller Bildung konnte Okazaki u. a. im Rahmen von Malerei- und Skulptur-Workshops sammeln, die er für inklusive Menschen, Jugendliche und Menschen verschiedener Altersgruppen gab und in denen gemeinsam Kunstwerke in Übergröße geschaffen wurden. In seinen eigenen Kunstwerken – hauptsächlich Malerei, Skulptur und Installation – kreiert der Künstler lebhafte, bunte Figuren, die organische hybride Formen aus Menschen, Tieren, Pflanzen und fantasievollen Lebewesen verkörpern. Dabei liegt Okazakis Fokus auf der visuellen Darstellung der Vielfalt von Lebewesen inklusive Menschen mit diverser Identität als Einheit und in Harmonie, wodurch die Vielfältigkeit nicht vernichtet, sondern bejaht wird. „Meine Arbeit zelebriert die zukünftige vereinte Welt der Diversität“, so Okazaki.
(Text: Crespo Foundation, Frankfurt am Main)