Die neu gegründete Artist Residency SCHIESSLHAUS AiR startet 2022 mit einem öffentlich geförderten Artist in Residence-Programm im Bayerischen Wald. Ein Ort für künstlerische Inspiration, Interaktion und Intervention.

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Projekt

Das SCHIESSLHAUS AiR ist ein neu gegründetes Künstlerhaus mit öffentlich gefördertem Artist in Residence-Programm – ein Atelierhaus für professionelle Künstler:innen und zugleich ein kultureller Veranstaltungsort – im denkmalgeschützten „Schießl-Haus“ in Kollnburg, Bayerischer Wald. Das AiR-Projekt besteht aus einem internationalen Künstlerresidenzprogramm und einem Öffentlichkeits- und Vermittlungsprogramm mit Ausstellungen, Vortragsreihen, Workshops, Künstlergesprächen und Offenen Ateliers.

Die Schwerpunkte des SCHIESSLHAUS AiR liegen auf der Förderung und Vermittlung zeitgenössischer Kunst, der Förderung kultureller Bildung und interkultureller Begegnungen. In 2022 widmet sich das Künstlerhaus dem Themenschwerpunkt „lebt und arbeitet in …“. Die häufig in Künstlerbiografien verwendete Formulierung wird im Rahmen des AiR-Programms zur Diskussion gestellt und auf aktuelle, gesellschaftlich relevante Themenfelder bezogen.

Das SCHIESSLHAUS AiR ist ein Artist in Residence-Projekt der Gemeinde Kollnburg unter der Künstlerischen Leitung von Anna-Helena Klumpen und Katrin Savvulidi. Das Projekt wird gefördert durch den Kulturfonds Bayern des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst, die Kulturstiftung des Bezirks Niederbayern und den Landkreis Regen.

Leitlinien

LEITLINIE 1
Förderung zeitgenössischer Kunst

FORSCHUNG
PRODUKTION
PRÄSENTATION
DISKURS

Das Schaffen von Räumen für künstlerisch-kreatives Denken, Handeln und Forschen gehört zu den wichtigen Bestandteilen des Artist in Residence-Programms. Im Zentrum stehen die vier Kernbereiche Forschung, Produktion, Präsentation und Diskurs. Das SCHIESSLHAUS AiR schafft die Rahmenbedingungen für unabhängige künstlerische Forschung und Produktion, Raum für kreative Experimente und Diskurs, bietet mit verschiedenen Veranstaltungsformaten eine öffentlichkeitswirksame Präsentationsplattform und ermöglicht den Aufbau langfristiger und nachhaltiger Netzwerke.

ZEIT
FREIRAUM
PROZESSHAFTIGKEIT
BEGEGNUNG

Die Aspekte Zeit, Freiraum, Prozesshaftigkeit und Begegnung stehen im Mittelpunkt des Residenzprogramms. Vielmehr als ein „fertiges“ oder „abgeschlossenes“ Kunstwerk zu präsentieren, bietet das SCHIESSLHAUS AiR Zeit, Raum und finanzielle Unterstützung für künstlerische, kreative, ergebnisoffene und interdisziplinäre Prozesse.

LEITLINIE 2
Förderung künstlerischer und interkultureller Begegnung

Das SCHIESSLHAUS AiR in Kollnburg versteht sich als Wirkungsraum und Begegnungszone: als ein Ort des Austauschs und des Dialogs, der Partizipation und der Reflexion, an dem sich internationale Künstler:innen und die Gastgebergemeinde innerhalb eines diskriminierungsfreien Umfelds begegnen. Das Künstlerhaus ist ein Ort, an dem die Gastkünstler:innen lokalen Gemeinschaften und der lokalen Kunst- und Kulturszene begegnen, an dem Dialog und Diskurs, non-formale Bildung und wechselseitige Lernprozesse ermöglicht werden.

Ortsspezifisches Arbeiten, die Entwicklung neuer Konzepte und Arbeitsfelder, in inhaltlichem Dialog zwischen den Gastkünstler:innen und ihrem Umfeld – das heißt, den Menschen und Gegebenheiten vor Ort – stehen im Zentrum des AiR-Programms. Ziel ist es, beständige Netzwerke und langfristige Beziehungen zu schaffen, in urbanen und ländlichen Räumen. Das SCHIESSLHAUS AiR fördert kulturelle Vielfalt und interkulturellen Dialog.

„Zugänglichkeit der Ateliers, künstlerisch-pädagogisches Bildungsprogramm und Zusammenarbeit mit lokalen Kulturakteuren führen zu einem intensiven dialogischen Austausch zwischen lokalem Umfeld und Stipendiat:innen. Der Austausch erfolgt multidimensional und beinhaltet ein Programm, das auf allen Ebenen des künstlerischen Schaffensprozesses wirkt. Mit den Grundprinzipien Dialog und Partizipation greift das SCHIESSLHAUS AiR den State of the Art der aktuellen Residenzforschung auf und entwickelt ihn im regionalen Kontext weiter.“

Dr. Johannes Crückeberg, Leibniz Universität Hannover

„Das Residenzprogramm trägt mit seinem interdisziplinären und interkulturellen Austausch von Wissen wesentlich zur Förderung von Solidarität und Toleranz und somit zur Entwicklung einer offenen Gesellschaft bei. Durch die Strategie des Dialogs und des Austauschs entsteht eine netzwerkbasierte Struktur, von der sowohl die Teilnehmer:innen des Programms als auch die lokale Kunst-und Kulturszene in mehrfacher Hinsicht profitieren können.“

Hubert Huber, Künstler, BBK Niederbayern

Künstlerhaus

RÄUMLICHKEITEN

Die moderne und zweckmäßige Einrichtung des Künstlerhauses schafft optimale Wohn- und Arbeitsbedingungen.

Im Erdgeschoss befinden sich die Gemeinschaftsbereiche: eine gemütliche Wohnstube mit Holzofen, eine voll ausgestattete Küche mit Sitzbereich, eine Lager- und Abstellkammer, und zwei Sanitärräume (Bad und WC). Das Obergeschoss ist aufgeteilt in drei großzügige, individuelle Schlaf- und Privaträume, darunter ein Zimmer mit eigenem Waschbecken und abgetrennter Stube.

Das lichtdurchflutete, gemeinschaftliche Arbeitsatelier liegt im Obergeschoss. Das Atelier besteht aus einem ca. 22 qm großen Arbeitsraum mit zwei großen Fenstern, einer nach Außen führenden Stadeltür und einem innen liegenden Waschbecken. In allen Zimmern befinden sich Schreibtische, so dass auch dort individuell gearbeitet werden kann.

Der geräumige Dachboden fungiert als Archiv und Büro der Künstlerischen Leitung. Garten und Balkon sind nach Südosten ausgerichtet und fassen die Außenbereiche des Hauses zusammen.

Die Gastkünstler:innen können die Räumlichkeiten des Künstlerhauses während ihres zweimonatigen Residenzaufenthalts in gegenseitiger Abstimmung frei gestalten und nutzen. Die räumliche Nutzungsform ist als flexibles und veränderbares Konzept zu verstehen, das insbesondere auch im Hinblick auf die Ausstellung der künstlerischen Projekte unterschiedliche Möglichkeiten und Formate bietet. Neben dem Innenbereich kann auch der Außenbereich des Hauses als Präsentationsfläche genutzt werden.

AUSSTATTUNG

Im gesamten Haus gibt es drahtloses Internet (WLAN – ab Frühjahr 2022 Glasfaserinternet). Handtücher und Bettwäsche werden gestellt, ebenso wie eine Reinigung der Gemeinschaftsräume nach öffentlichen Veranstaltungen. Die Künstler:innen sind selbst für ihre Arbeitsmaterialien verantwortlich. Zur gemeinsamen Nutzung stehen Beamer, Drucker und eine Grundausstattung an Werkzeug zur Verfügung. Waschmaschine und Trockner sind vorhanden.

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„Das Residenzprogramm des Künstlerhauses SCHIESSLHAUS AiR stellt neben der Honorierung künstlerischer Arbeit auch Atelier-, Wohn- und Ausstellungsräume zur Verfügung und trägt somit zur Optimierung der Arbeitsbedingungen für Recherche, Konzeption und Umsetzung von Kunstprojekten bei. Räume, die zur Ideenfindung, zum Experimentieren, für die Ausarbeitung, Entwicklung und Präsentation künstlerischer Projekte genutzt werden können, sind für Künstler:innen und die lokale Gemeinschaft von großem Wert. Das denkmalgeschützte Schießl-Haus in der Dorfmitte Kollnburgs ist geradezu prädestiniert für eine künstlerische und kulturelle Nutzung.“

Hubert Huber, Künstler, BBK Niederbayern

„Das denkmalgeschützte Schießl-Haus in Kollnburg zwischen München und Prag eignet sich hervorragend als Raum für kreative Experimente. Als eines der letzten historischen Handwerkerhäuser des Bayerischen Walds verbindet es Vergangenheit und Zukunft.“

Peter Haimerl, Architekt

LAGE

Kollnburg – Ein Burgdorf im Bayerischen Wald

Kollnburg ist ein staatlich anerkannter Erholungsort inmitten des Naturparks Bayerischer Wald, idyllisch angesiedelt auf einem Bergrücken zwischen dem Luftkurort Viechtach und dem Wintersportzentrum St. Englmar am historischen „Baierweg“. Das mit zwei Denkmalpreisen ausgezeichnete „Schießl-Haus“ zählt zu den Sehenswürdigkeiten des Burgdorfs. Es steht in prominenter Lage mitten im Dorfkern, gleich gegenüber des Kollnburger Rathauses und am Fuße der Burgruine – dem Wahrzeichen Kollnburgs.

Die Gemeinde Kollnburg liegt in der Urlaubsregion „Viechtacher Land“ inmitten des Naturparks Bayerischer Wald, nördlich des 1050m hohen Pröller zwischen Viechtach (5 km) und Sankt Englmar (6 km). Bogen und Regen sind jeweils 27 km entfernt, während es nach Deggendorf und Cham jeweils 31 km sind.

„Gerade weil der Bayerische Wald nicht künstlerisch dominiert und vorgeprägt ist, kann dort jede neue Kreation sichtbar werden – jedes Forschungsprojekt und jede Kooperation wird aufmerksam verfolgt. Gerade weil man gesellschaftsrelevante Themen vor einem unvoreingenommenen Hintergrund diskutieren kann, sieht man die Brücken, die zwischen Ideen und Menschen verschiedenster Herkunft gebaut werden können.“

Peter Haimerl, Architekt

„Das Vorhaben, einen kulturellen Begegnungsort in der wunderschönen Landschaft des Bayerischen Waldes zu gründen, ist ein sehr wichtiger Schritt, um die Kulturproduktion zu dezentralisieren und außerhalb der großen bayerischen Städte zu fördern. Die intensivsten und einprägsamsten Artist-in-Residence-Programme, an denen ich teilgenommen habe, waren gerade die in eher kleineren Städten. In einer solchen Umgebung können sich die Kunstschaffenden leichter orientieren und ihren Arbeitsrhythmus finden, wodurch sich auch eine stärkere Verbindung zu den lokalen Akteuren ergibt.“

Diogo da Cruz, Künstler, Akademie der Bildenden Künste München

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Team

ORGANISATORISCHE UND KÜNSTLERISCHE LEITUNG

Verantwortlich für die organisatorische und künstlerische Leitung des SCHIESSLHAUS AiR sind Anna-Helena Klumpen, Kuratorin und Kulturmanagerin, und Katrin Savvulidi, Diplom-Künstlerin. Seit 2018 arbeiten Katrin Savvulidi und Anna-Helena Klumpen zusammen an der Konzeption und Realisierung des Artist in Residence-Projekts im Kollnburger „Schießl-Haus“. Dabei vertreten sie zwei Kompetenzfelder – künstlerische Praxis und theoretische Konzeption, die sich gegenseitig inspirieren und ergänzen. Sie bringen sowohl einen künstlerischen als auch geisteswissenschaftlichen Hintergrund mit und kennen die Bedingungen der Stadt ebenso wie die der ländlichen Regionen.

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KATRIN SAVVULIDI
Künstlerische Leitung
Diplom-Künstlerin, M.A.

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ANNA-HELENA KLUMPEN
Künstlerische Leitung
Kuratorin und Kulturmanagerin
Kunst-, Medien- und Kulturwissenschaftlerin, M.A.

Anna-Helena Klumpen arbeitet bei den S6 – Werkstätten für Architektur, Kunst und Kultur in München. Zudem ist sie Lehrbeauftragte in den Fachbereichen „Medienkunst und Mediengestaltung“ und „Medienkultur“ der Bauhaus-Universität Weimar. Anna studierte an der Bauhaus-Universität Weimar und der Université Lumière Lyon II „Europäische Medienkultur / Culture des Médias Européens“, absolvierte anschließend einen internationalen Forschungsmaster in „Cultural Analysis“ an der Universiteit van Amsterdam und war Stipendiatin der a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne. Sie ist seit über zehn Jahren im deutschen und europäischen Kunst- und Kulturbetrieb tätig und hat als Kuratorin größere Ausstellungen, Symposien und Kunstfestivals realisiert.

Jury

Über die Vergabe der Residenzstipendien entscheidet eine Jury, bestehend aus der Künstlerischen Leitung des SCHIESSLHAUS AiR, Anna-Helena Klumpen und Katrin Savvulidi, dem Ersten Bürgermeister der Gemeinde Kollnburg, Herbert Preuß, einem weiteren Mitglied des Gemeinderats und 2–3 Mitgliedern des unabhängigen Board of Advisors.

Eine Besonderheit des Auswahlverfahrens und der Stipendienvergabe des SCHIESSLHAUS AiR ist die Beteiligung der sich bewerbenden Künstler:innen durch ein gesondertes Nominierungsverfahren.

Board of Advisors

Förderer und Partner

Förderer und Partner

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